Wer einen Beamer für das Wohnzimmer sucht, landet schnell bei einer unangenehmen Frage: Reicht ein guter 4K-Projektor für Filmabende aus, oder lohnt sich der Aufpreis für ein deutlich helleres Modell? Genau hier wird die neue XGIMI HORIZON 20-Serie interessant. Sie besteht aus HORIZON 20, HORIZON 20 Pro und HORIZON 20 Max und verbindet 4K-Auflösung, RGB-Dreifachlaser, Google TV und starke Gaming-Funktionen.
Besonders häufig werden dabei die Begriffe XGIMI HORIZON 20 Max, XGIMI HORIZON 20 Pro 4K und „4K Laser Beamer“ gesucht. Doch die entscheidende Frage ist nicht, welches Modell die längste Ausstattungsliste besitzt. Entscheidend ist, welches Gerät zu Raum, Sitzabstand, Bildschirmgröße und Nutzung passt.
Dieser Ratgeber erklärt deshalb nicht nur die technischen Daten, sondern ordnet sie für typische Alltagssituationen ein. Dabei geht es auch um Punkte, die in Datenblättern leicht untergehen: die Bedeutung der hohen Lichtleistung, den Nutzen von Lens Shift und optischem Zoom sowie die Frage, wann das Max-Modell tatsächlich einen sichtbaren Mehrwert bietet.
Was ist die XGIMI HORIZON 20?
Die HORIZON-20-Familie ist eine Reihe hochwertiger 4K-Heimprojektoren. Alle drei Varianten setzen auf DLP-Technik mit einem 0,47-Zoll-DMD-Chip und einer RGB-Triple-Laser-Lichtquelle. Die native beziehungsweise Standardauflösung beträgt 3840 × 2160 Pixel. Unterstützt werden unter anderem Dolby Vision, HDR10+ und IMAX Enhanced.
Der wichtigste Unterschied zwischen den drei Geräten liegt vor allem bei der Helligkeit:
- HORIZON 20: 3.200 ISO-Lumen
- HORIZON 20 Pro: 4.100 ISO-Lumen
- HORIZON 20 Max: 5.700 ISO-Lumen
Damit ist das Max-Modell nicht einfach nur eine etwas teurere Variante. Es richtet sich vor allem an Nutzer, die eine sehr große Projektion oder einen Raum mit mehr Umgebungslicht nutzen möchten.
XGIMI HORIZON 20 Pro oder HORIZON 20 Max?
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Kaufentscheidung innerhalb der Serie.
| Merkmal | HORIZON 20 Pro | HORIZON 20 Max |
|---|---|---|
| Auflösung | 4K | 4K |
| Lichtquelle | RGB-Triple-Laser | RGB-Triple-Laser |
| Helligkeit | 4.100 ISO-Lumen | 5.700 ISO-Lumen |
| Kontrast | 20.000:1 | 20.000:1 |
| Farbraum | BT.2020 110 % | BT.2020 110 % |
| Input Lag | bis 1 ms | bis 1 ms |
| 240 Hz bei 1080p | Ja | Ja |
| Lens Shift | V ±120 %, H ±45 % | V ±120 %, H ±45 % |
| Optischer Zoom | Ja | Ja |
| Google TV | Ja | Ja |
| Gewicht | ca. 4,9 kg | ca. 5,4 kg |
Die technischen Gemeinsamkeiten sind größer, als man zunächst vermuten könnte. Beide Modelle verwenden denselben MT9679-Chipsatz, 4 GB RAM und 128 GB Speicher und bieten dieselben grundlegenden Gaming-Latenzen.
Der Pro ist der vernünftigere Allrounder
Der HORIZON 20 Pro bietet mit 4.100 ISO-Lumen bereits eine sehr hohe Lichtleistung. Für einen abgedunkelten oder teilweise abgedunkelten Wohnraum ist das mehr als ausreichend, insbesondere wenn die Projektion nicht extrem groß wird.
Der Pro ist deshalb interessant für Nutzer, die hauptsächlich:
- Filme und Serien schauen,
- Konsolen spielen,
- einen großen Bildschirm im Wohnzimmer möchten,
- Wert auf gute Farbdarstellung legen,
- aber nicht ständig bei Tageslicht projizieren.
Der höhere Preis des Max lohnt sich nicht automatisch für jeden Käufer.
Der Max ist für schwierige Räume interessanter
Der HORIZON 20 Max bringt 5.700 ISO-Lumen auf die Waage. Das sind rund 39 Prozent mehr Licht als beim Pro. Bei großen Bilddiagonalen oder vorhandener Raumbeleuchtung kann dieser Unterschied wesentlich relevanter sein als ein weiterer theoretischer Kontrastwert auf dem Datenblatt.
Genau hier liegt ein oft unterschätzter Vorteil: Mehr Helligkeit wird vor allem dann wertvoll, wenn die Bildfläche größer wird.
Ein 100-Zoll-Bild in einem dunklen Raum stellt andere Anforderungen als eine 150- oder 200-Zoll-Projektion im Wohnzimmer mit offenen Vorhängen.
XGIMI HORIZON 20 Max 4K: Wie gut ist das Konzept?
Der HORIZON 20 Max ist auf maximale Flexibilität ausgelegt. Er bietet 4K-Auflösung, RGB-Triple-Laser, 5.700 ISO-Lumen und einen angegebenen Kontrast von 20.000:1. Dazu kommen Dolby Vision, HDR10+ und IMAX Enhanced.
Interessant ist außerdem die Optik. Der Projektor besitzt einen optischen Zoom mit einem Throw Ratio von 1,2–1,5:1 sowie Lens Shift von vertikal ±120 Prozent und horizontal ±45 Prozent. Das ist im Alltag wesentlich wichtiger, als es sich zunächst anhört.
Warum Lens Shift wichtiger ist als viele denken
Bei einem einfachen Projektor muss das Gerät häufig sehr exakt vor der Leinwand positioniert werden. Wird es seitlich oder zu hoch aufgestellt, greifen Nutzer zur digitalen Keystone-Korrektur.
Das Problem: Eine digitale Korrektur verändert die Geometrie des Bildes und kann je nach Stärke die effektiv genutzte Bildfläche und Schärfe beeinträchtigen.
Lens Shift arbeitet dagegen optisch. Dadurch lässt sich der Bildausschnitt verschieben, ohne das Bild auf dieselbe Weise digital zu verzerren.
Praxis-Tipp: Wenn der Projektor nicht exakt mittig vor der Leinwand stehen kann, ist der Lens Shift der HORIZON-20-Serie ein echtes Kaufargument.
XGIMI HORIZON 20 Pro 4K für Gaming
Die HORIZON-20-Serie ist ungewöhnlich stark auf Gaming ausgelegt. Im Game Mode werden laut Hersteller bei aktiviertem VRR und deaktivierter automatischer Korrektur bis zu 1 ms bei 1080p und 240 Hz erreicht. Bei 4K mit 60 Hz werden 3 ms angegeben. Bei 1080p und 120 Hz sind es 2,2 ms.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Spiel automatisch mit 240 Bildern pro Sekunde läuft.
Der Projektor kann entsprechende Eingangssignale verarbeiten. Die tatsächlich erreichbare Bildrate hängt weiterhin von Konsole, PC, Spiel und gewählter Auflösung ab.
Für Konsolenspieler ist deshalb vor allem die Kombination aus niedriger Latenz, VRR und großer Bildfläche interessant. Ein 100- bis 150-Zoll-Bild kann bei Rennspielen, Shootern oder Sportspielen deutlich immersiver wirken als ein Fernseher.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Marketing und Praxis
„1 ms Input Lag“ klingt spektakulär, sollte aber immer zusammen mit der Auflösung betrachtet werden.
Für 4K bei 60 Hz nennt XGIMI 3 ms. Das ist weiterhin sehr schnell und für die meisten Spieler hervorragend. Wer aber ausschließlich auf die 1-ms-Angabe schaut, könnte fälschlicherweise annehmen, dass diese unter allen Bedingungen gilt. Das tut sie nicht.
Bildqualität: 4K ist nicht der einzige Faktor
Auf dem Papier liefern Pro und Max beide 3840 × 2160 Pixel. Die Bildqualität hängt aber nicht allein von der Auflösung ab.
Eine wichtige Rolle spielen:
- Lichtleistung
- Objektivqualität
- Kontrast
- Farbraum
- Bildverarbeitung
- Projektionsfläche
- Raumhelligkeit
Die HORIZON-20-Modelle setzen auf einen RGB-Triple-Laser und geben einen BT.2020-Farbraum von 110 Prozent an. Außerdem unterstützen sie moderne HDR-Formate einschließlich Dolby Vision und HDR10+.
Gerade bei HDR-Inhalten ist ausreichend Licht entscheidend. Ein Projektor kann HDR zwar technisch unterstützen, aber die praktische Wirkung hängt stark davon ab, wie viel Licht tatsächlich auf der Projektionsfläche ankommt.
Ungewöhnlich wichtiger Punkt: Bei einem Beamer kann eine größere Bildfläche die wahrgenommene Helligkeit stärker beeinflussen als ein kleiner Unterschied zwischen zwei Datenblattwerten. Deshalb sollte man nicht nur „5.700 gegen 4.100 Lumen“ vergleichen, sondern immer die geplante Bildgröße berücksichtigen.
Automatische Einrichtung: praktisch, aber nicht immer ideal
Die Geräte verwenden XGIMIs ISA-5.0-System. Dazu gehören unter anderem Autofokus, automatische Keystone-Korrektur, intelligente Hinderniserkennung und automatische Bildausrichtung. Auch die Anpassung an unterschiedliche Wandfarben wird unterstützt.
Das ist besonders praktisch, wenn der Projektor häufig umgestellt wird.
Für die bestmögliche Heimkinoqualität würde ich trotzdem nicht blind auf alle Automatiken vertrauen. Wenn der Projektor dauerhaft an einem festen Platz steht, ist eine möglichst gerade mechanische Aufstellung normalerweise die bessere Grundlage.
Automatische Korrekturen sind vor allem dann wertvoll, wenn Komfort wichtiger ist als die letzten Prozent Bildqualität.
Google TV und Ausstattung
Sowohl HORIZON 20 Pro als auch Max verfügen über Google TV. Hinzu kommen Google Cast beziehungsweise entsprechende Streaming- und Smart-Home-Funktionen. Die Geräte besitzen 4 GB RAM und 128 GB Speicher.
Bei den Anschlüssen gibt es zwei HDMI-Eingänge, wobei HDMI 1 eARC unterstützt, außerdem USB 3.0 und USB 2.0. WLAN 6 und Bluetooth 5.2 sind ebenfalls vorhanden.
Das macht die HORIZON 20-Serie zu einem relativ vollständigen All-in-One-System.
Wer beispielsweise eine Streaming-Box, Spielekonsole und Soundbar anschließen möchte, sollte trotzdem vorher prüfen, welche Geräte gleichzeitig verbunden werden sollen. Zwei HDMI-Anschlüsse sind gut, aber kein Luxus, wenn mehrere externe Quellen dauerhaft angeschlossen bleiben.
Harman/Kardon-Sound: Kann man auf eine Soundbar verzichten?
Die Pro- und Max-Modelle verfügen über zwei 12-Watt-Harman/Kardon-Lautsprecher. Zusätzlich werden DTS Virtual:X, DTS-HD und Dolby-Audio-Formate unterstützt.
Für Serien, YouTube und gelegentliche Filmabende kann das durchaus reichen.
Für ein echtes Heimkino bleibt eine separate Soundlösung jedoch sinnvoll. Der Grund ist nicht unbedingt die Lautstärke, sondern die räumliche Darstellung. Ein Projektor kann ein riesiges Bild erzeugen, während integrierte Lautsprecher physisch weiterhin an derselben Stelle sitzen.
Das führt zu einer interessanten Diskrepanz: Je größer das Bild, desto stärker fällt ein zu kleiner Klangraum auf.
Drei häufige Fehler beim Kauf
1. Nur nach ISO-Lumen kaufen
5.700 ISO-Lumen klingt automatisch besser als 4.100. Das stimmt nicht in jeder Situation.
Wenn der Raum vollständig dunkel ist und eine moderate Bildgröße verwendet wird, kann der Pro bereits hervorragend passen.
2. Den Projektionsabstand ignorieren
Die HORIZON-20-Geräte verwenden ein Throw Ratio von 1,2–1,5:1 und unterstützen Bildgrößen von etwa 40 bis 300 Zoll.
Vor dem Kauf sollte deshalb der tatsächliche Abstand zwischen Objektiv und Leinwand gemessen werden.
3. Keystone als Ersatz für eine gute Aufstellung betrachten
Die automatische Korrektur ist komfortabel, aber sie sollte nicht als Einladung verstanden werden, den Projektor irgendwo schräg im Raum aufzustellen.
Wer maximale Schärfe möchte, sollte zuerst die mechanische Positionierung optimieren und anschließend die Softwarekorrekturen möglichst gering halten.
Für wen lohnt sich welcher HORIZON 20?
HORIZON 20
Die Basisversion ist interessant, wenn der Preis entscheidend ist und hauptsächlich abends oder in einem kontrollierten Raum geschaut wird. Mit 3.200 ISO-Lumen bietet sie bereits eine hohe Helligkeit für die Klasse.
HORIZON 20 Pro
Der Pro ist für viele Käufer der beste Kompromiss. 4.100 ISO-Lumen, RGB-Triple-Laser, 4K, 240-Hz-Gaming, Lens Shift und optischer Zoom machen ihn zu einem vielseitigen Heimkino- und Gaming-Projektor.
HORIZON 20 Max
Der Max richtet sich an Nutzer, die möglichst viel Lichtreserve möchten. Besonders bei großen Projektionen, größeren Räumen oder mehr Umgebungslicht wird der Aufpreis nachvollziehbarer.
Lohnt sich der HORIZON 20 Max Test für Heimkino?
Ein sinnvoller Test sollte nicht nur die maximale Helligkeit messen. Wichtiger sind mehrere Szenarien:
- dunkler Raum mit 100 Zoll
- teilweise beleuchtetes Wohnzimmer
- große Projektion
- HDR-Film
- schnelle Gaming-Szene
- seitliche Aufstellung mit Lens Shift
- automatische Bildkorrektur versus sauberer manueller Aufbau
Gerade der Vergleich zwischen Pro und Max wird bei identischer Projektionsgröße und identischen Bildeinstellungen interessant. So lässt sich feststellen, ob die zusätzliche Lichtleistung im eigenen Raum tatsächlich sichtbar wird.
Ein weiterer wenig beachteter Punkt ist die Geräuschentwicklung. XGIMI gibt für beide Modelle maximal 28 dB bei einem Meter an.
Fazit
Die XGIMI HORIZON 20-Serie ist interessant, weil sie nicht versucht, nur mit einer hohen 4K-Auflösung zu überzeugen. RGB-Triple-Laser, flexible Optik, Lens Shift, Google TV und sehr niedrige Gaming-Latenzen machen die Geräte vielseitig.
Der HORIZON 20 Pro ist für die meisten anspruchsvollen Wohnzimmer-Nutzer wahrscheinlich die ausgewogenste Wahl. Er bietet bereits 4.100 ISO-Lumen und praktisch alle wichtigen Funktionen des Max.
Der HORIZON 20 Max ist dagegen die spannendere Option, wenn eine besonders große Projektion geplant ist oder der Raum nicht vollständig abgedunkelt werden kann. Seine 5.700 ISO-Lumen bieten deutlich mehr Lichtreserve.
Der entscheidende Kaufgrund sollte deshalb nicht „Max klingt besser“ sein. Die bessere Frage lautet: Wie groß soll das Bild werden und wie dunkel ist der Raum?
Wer diese beiden Punkte ehrlich beantwortet, kann zwischen Pro und Max wesentlich zuverlässiger entscheiden.
FAQ
Ist der XGIMI HORIZON 20 Max ein echter 4K-Beamer?
Ja. Der HORIZON 20 Max ist mit einer Standardauflösung von 3840 × 2160 Pixeln angegeben und verwendet einen 0,47-Zoll-DMD-Chip. Zusätzlich kommen RGB-Triple-Laser und moderne HDR-Formate wie Dolby Vision und HDR10+ zum Einsatz.
Was ist besser: XGIMI HORIZON 20 Pro oder Max?
Das hängt vom Raum ab. Der Pro bietet 4.100 ISO-Lumen und ist für viele Heimkino- und Gaming-Situationen ausreichend. Der Max erreicht 5.700 ISO-Lumen und ist vor allem bei größeren Bildflächen oder mehr Umgebungslicht interessant.
Ist der HORIZON 20 Max für Gaming geeignet?
Ja. XGIMI gibt bis zu 1 ms bei 1080p und 240 Hz sowie 3 ms bei 4K und 60 Hz an. Zusätzlich werden VRR und weitere Gaming-Funktionen unterstützt. Für schnelle Spiele ist das eine ungewöhnlich starke Ausstattung für einen Heimkino-Projektor.
Wie groß kann das Bild des HORIZON 20 Max werden?
XGIMI gibt einen Bereich von 40 bis 300 Zoll an. In der Praxis sollte die gewünschte Größe aber immer mit Projektionsabstand, Raumhelligkeit und der verwendeten Projektionsfläche betrachtet werden. Ein maximal großes Bild ist nicht automatisch das qualitativ beste Bild.
Braucht man beim HORIZON 20 Max eine Soundbar?
Nicht unbedingt. Die integrierten zwei 12-Watt-Harman/Kardon-Lautsprecher sind für alltägliches Streaming gut ausgestattet. Für ein echtes Heimkino mit sehr großem Bild ist eine separate Audioanlage dennoch sinnvoller, weil sie eine breitere und räumlich passendere Klangbühne erzeugen kann.
Lohnt sich ein HORIZON 20 Max gegenüber einem HORIZON 20 Pro?
Für einen dunklen Raum mit moderater Bildgröße ist der Pro häufig die rationalere Wahl. Der Max spielt seine Vorteile vor allem bei großen Projektionen und schwierigerem Umgebungslicht aus. Wer diese zusätzlichen Lichtreserven nicht benötigt, muss den Aufpreis nicht allein wegen der höheren Lumen-Zahl bezahlen.




